Naturkindergarten Satrup

Berichte 2019

Oktober

Kauderwelsch ist die Bezeichnung für eine verworrene Sprechweise, ein unverständliches Gemisch aus mehreren Sprachen oder eine unverständliche fremde Sprache. Bei uns wird in diesem Jahr auch „Kau-derwelsch“ gesprochen. Kleine Kostprobe?
„Koll, hadde Muggedich“ (Nicole, ich habe einen Mückenstich)
„Pubber will Liggelie“ (Cooper will ein Leckerlie)
„Inillidung“ (Entschuldigung)
„Pepa“(Käfer)
„Bumniediepeln“ (Gummistiefel)
„Wunkedong“ (Luftballon)
„Artehat“ (Warteplatz)
„Machegge“ (Nacktschnecke)…Dazu kommen ganz neuartige Stimmmelodien und Tonlagen von“ Brummbärtief“(wie geht das bei so kleinen Resonanzkörpern?) bis hin zu „Glockenhell“(da vibriert dann das Trommelfell)…Es dauert einige Tage/Wochen bis wir uns da reingehört haben und wenn es mal an der Übersetzung hapert, dann helfen uns die anderen Kinder die sind nämlich deutlich kreativer als wir…Das klingt jetzt ziemlich lustig (ist es zugegebenermaßen auch manchmal) aber eigentlich steckt da ein ganz wesentlicher, elementarer Entwicklungsschritt drin die Sprachentwicklung. Ein Kind kann nicht von heute auf morgen sprechen lernen, um aus dem ersten Schrei unsere Sprache zu entwickeln, sind viele Schritte notwendig. Anfangs schreien Kinder rein reflektorisch aufgrund innerer oder äußerer Reize.

Durch die folgenden Lallgeräusche (ba, ga, gaga…) wird die Geschicklichkeit der Sprechorgane trainiert. Aus Lallfolgen entwickeln sich erste Wörter (Mama, Papa, Wauwau…), 2Wort Sätze, Fragealter, Mehr-Wort-Sätze, verbes-serte Satzbildung bis dann die Ausdifferenzierung der Sprache irgendwann zwischen dem 4-6 Lebensjahr abgeschlossen ist. Wie können wir da unterstützen? Zeit haben zum Zuhören! Geduld, Lob, Anerkennung und eine freundliche Atmosphäre fördern die Sprechfreude. Bücher vorlesen, singen, Fingerspiele, Gesprächsrunden im Morgen oder Abschlusskreis, eigene Handlungen, Gefühle, Situationen sprachlich beschreiben und: Ausreichend Bewegung ermöglichen! In dem Handbuch „Sprachförderung durch Bewegung“ beschreibt die Autorin Renate Zimmer, wie eng Bewegung und Sprache zusammenhängen. Ihrer Meinung nach ist ein spezielles Sprachförderprogramm zu einem bestimmten Zeitpunkt in KiTas wenig hilfreich ja sogar unnötig. Durch körperliche Aktivität, die sprachlich begleitet wird und gezielte Bewegungsspiele fördern wir das Sprechen optimal und ganz natürlich. Entwicklungspsychologisch ge-sehen ist die Bewegungserfahrung sogar die Voraussetzung zum Spracherwerb. Bewegen können und müssen sich die Kinder bei uns im Wald (fast) unbegrenzt. In Bezug auf die Sprachentwicklung bietet die Natur aber noch viel mehr Vorteile. Grundvoraussetzung für den Spracherwerb ist das genaue Zuhören. Die Stille des Waldes ohne 4 Wände bietet beste Voraussetzungen. Durch die nicht vorhandene Dauer-Beschallung ist es den Kindern möglich, einzelne Geräusche (Vogelgezwitscher, Blätterrauschen, Wasser plätschern etc.) differenzierter wahrzunehmen. Zudem fördert das Spielen mit Naturmaterialien im Gegensatz zu vorgefertigtem Spielzeug ganz automatisch die Sprachentwicklung der Kinder, weil sie sich vor einem Spiel darüber austauschen müssen, ob der Stock nun z.B. ein Zauberstab oder eine Suppenkelle ist. Die Fortschritte sind täglich zu hören ohne dass wir da groß etwas initiieren müssten. Ist das nicht einfach großartig???

September

Jedes Ende ist ein neuer AnfangDie ersten Tage im neuen Kindergartenjahr liegen hinter uns… Spannend ist es und wird es sicherlich auch noch eine ganze Weile bleiben. Bei acht neuen Kindern (das ist fast die Hälfte der Gruppe) ist erstmal nix mehr wie es war…Für Madita, Mathilda, Mila, Lotta, Joscha, Jon-Leevi, Oskar und Elias beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Und so individuell wie die Kinder, sind natürlich auch die Eltern. Dem entsprechend handhaben wir die Eingewöhnung auch so, dass es für alle Beteiligten möglichst ein schöner Start in eine tolle Kindergartenzeit ist. Das variiert von Anfang an alleine bleiben, über bis zum Frühstück, bis hin zu Mama (oder Papa) bleibt die ersten Tage ganz da. Und falls die Mamis so gar keine Anstalten machen, sich abzunabeln, dann helfen Sissel und ich nachJ. Die letzten 11 Jahre haben wir die Eingewöhnung in der ersten Woche soweit abgeschlossen, dass wir dann an dem Gruppengefüge“ arbeiten“ konnten. Das geht nämlich nicht wirklich, solange Eltern uns begleiten, weil die Kinder ihren Platz, ihre Stellung in der Gruppe nur dann finden, wenn sie tatsächlich selbstständig agieren. Das dauert seine Zeit, erfahrungsgemäß brauchen wir bis in den späten Herbst hinein bevor wir sagen können:
„Jetzt ist es eine stabile Gruppe.“


Ich habe von Eingewöhnungen gehört, die sich über Wochen bzw. Monate gezogen haben verstehe ich nicht. Wem will man damit einen Gefallen tun? Denn letztendlich geht es ja nicht „nur“ um ein einzelnes Kind, eine ganze Gruppe hängt da dran ganz gleich wie toll die Eltern auch sind letztendlich sind sie fürs Gruppengefüge ein „Störfaktor“. Vermutlich geht das nur, wenn man KiGa ganz sachlich als „Betreuungsangebot“ oder noch plakativer ausgedrückt als „Aufbewahrungsstätte“ sieht. Für uns ist es aber viel mehr als das. Wir geben den Kindern die Möglichkeit ein stabiles Fundament aufzubauen, für alles was danach kommt. In Bezug auf die Sozialkompetenz ist der KiGa die erste Adresse, und dabei geht es nicht darum, ob ich schon schreiben, rechnen, tolle Schwungübungen oder eine Schleife kann, sondern ob ich meinen Wert kenne. Meine Stärken, meine Schwä-chen, meine Kompetenzen im Zusammenspiel mit anderen und dann verändern die sich auch noch ständig… Draußen, ohne 4 Wände kommt noch dazu, das eine verlässliche, sich zusammengehörig fühlende Gruppe existenziell ist. Jede/r muss auf jede/n achten der Wald ist groß, es gibt Tümpel, Gräben und giftige Pflanzen. Da ist es unablässig, dass sich niemand rein als Individuum sondern als Teil der Gruppe versteht. Aber nicht nur für unsere neuen Kinder ist es eine spannende Zeit. Die „alten Hasen“ finden sich plötzlich in einer ganz neuen Rolle. Im letzten Jahr hatten wir 9 sehr selbstbewusste Schulis, so dass sich die anderen erstmal „hinten angestellt haben“. Und nun, plötzlich sind die vertrauten „Großen“ nicht mehr da und sie selbst dürfen, können und sollen Verantwortung übernehmen, Regeln einhalten und einfordern, Vorbilder sein…Dem ein oder anderen ist diese Rolle sehr lieb, andere sind sich dessen noch gar nicht bewusst und wieder andere tun sich damit schwer. Aber auch das braucht einfach seine Zeit. Glücklicherweise haben wir die bzw. nehmen sie uns. Im Vordergrund des ersten Halbjahres steht erstmal: sich Kennenlernen, sich Vertraut machen und seinen Platz finden bevor wir uns an irgendwelche initiierten Aktionen oder Projekte machen. Und last but not least bedeutet es auch für Sissel & mich „Umbruch“. Heute waren wir zur Einschulungsfeier unserer „Großen“. 3 bzw. 4 Jahre haben sie uns Tag für Tag begleitet, wir haben mit ihnen zusammen gelacht, gestaunt, viele Abenteuer erlebt und uns sehr lieb gewonnen und dann sollen wir sie „rausschmeißen“, abgeben, ausgerech-net jetzt, wo wir uns so gut kennen und uns „blind“ vertrauen…???Jedes Jahr aufs Neue ist es schade, traurig und schmerzvoll. Aber als wir sie heute gesehen haben, aufgeregt und stolz bis unters Dach, mit ihren Schulranzen und Schultüten endlich ein Schulkind da konnten auch wir sie mit einem guten Gefühl ziehen lassen, denn alles was sie für einen guten Start (in die Schulzeit brauchen), hat ihnen die Zeit im Wald mitgegeben! Wir sind stolz auf Euch und wünschen Euch von Herzen das Beste!!! Ja, und morgen früh da wartet auf dem Bauernhof Espermüller wieder ein „bunter Haufen“ auf uns, bereit für einen neuen Waldtag…-und wir freuen uns auf Euch und auf alles das, was wir miteinander erleben werden

August

Der Bericht vom Naturkindergarten Satrup e.V. „Natur & Umwelt“ lautet das diesjährige Motto der Bildungslandschaft Mittelangeln. Alle ortsansässigen Bildungseinrichtungen von der Krippe, den Kindergärten über das Jugendzentrum, das Familienzentrum, dem Sportverein, der Kirchengemeinde hin zu dem OGS (offener Ganztag) und den Schulen alle befassen sich, auf ganz unterschiedliche Weise, mit dem Thema „Natur“. Für uns als Naturkindergarten gewissermaßen ein „Heimspiel“. Seit mehr als 20 Jahren „leben“ wir in und mit der Natur. Sie bestimmt unseren Rhythmus, entscheidet maßgeblich unseren Alltag mit. Naturerfahrungen sind für das gesunde aufwachsen von Kindern von unschätzbaren Wert. Wer hier wissenschaftlich fundiert(!) mehr Informationen wünscht, dem empfehle ich das Buch „Startkapital Natur“ von Andreas Raith und Armin Lude. Im Zuge des Jahresthemas wird Armin Lude am 17.09.2019 auch einen Vortrag zu dem Thema im Bildungsforum i-PUNKT halten. Absolut empfehlenswert!

Als Kooperationsprojekt haben wir uns in diesem Jahr speziell mit dem Thema „Bienen“ befasst. Die Bienenpatenschaft mit der Imkerei Pascal Andersen, der Besuch von unserem Imker-Vater „Piet“ auf der Wiese, das leider nicht zu vermeidende entfernen unserer kranken Weide mit Hilfe des Naturschutzvereins, das Anlegen einer Wildblumenfläche, das Insektenhotel & die Trockenmauer von Swantje und Enna von der Struensee Gemeinschaftsschule und das Errichten eines Knicks mit tatkräftiger Unterstützung von Bauer Peter und unserer engagierten Elternschaft alles Puzzlestücke, die zu einem „großen Ganzen“ gehören. Und genau darum geht es ja bei einer Kooperation jeder lernt von jedem, alle haben ihren Anteil daran und am Ende sind wir alle reicher! Das wesentliche sind aber nicht die tollen Projekte am Ende, die in diesem Zusammenhang entstanden sind. Viel wichtiger ist doch, nachhaltig ein Bewusstsein für unsere Natur zu schaffen. Den Kindern, Jugendlichen und uns Erwachsenen muss klar sein, dass wir die Natur brauchen, nicht die Natur uns! Also lasst uns das Thema „Natur & Umwelt“ nicht auf ein Jahresthema beschränken, sondern als „Credo“ in unseren Herzen wohnen…Liebe Grüße aus dem Wald,

ZEIT und RAUM

Jedes Jahr ist es wieder schmerzlich, sich von den Großen zu verabschieden… Jedes Jahr fließen Tränen und jedes Jahr geht ein Stückchen Herz mit in die Schule… Wir haben viel intensive ZEIT miteinander verbracht und viel RAUM miteinander geteilt.

Aber es geht weiter…
Die neuen Kinder sind schon zum Schnuppern gekommen und das ist wiederum spannend und erfrischend. Noch sind sie kleine Fremdkörper in der eingefleischten „alten“ Truppe, aber man spürt, dass sich etwas verändern wird. Die Neuen, wenn sie denn noch sehr jung sind, wirken oft so unbedarft. „Was kostet die Welt?“ oder „Wann geht es hier denn endlich mal los?“ Sie sind voller Erwartungen und so neugierig. Dadurch wird einem klar, wie sehr man in einer gut eingespielten „Familie“ agiert hat. Durch die Neuen wird eine Tür aufgestoßen, die frischen Wind hereinweht. Man weiß nicht so genau, was sich diesmal entwickeln wird. Es hört sich ungewöhnlich an, wenn es nach 10 Jahren Wald doch jedes Jahr immer wieder etwas Neues gibt. Die „Alten“ kennt man einfach so gut. Es ist so viel gemeinsam erlebt worden. Es geht dabei gar nicht unbedingt um die großen Aktionen, sondern um den WaldAlltag. Jede Gruppe in jedem Jahr hat ganz eigene Erlebnisse.In letzter Zeit haben auch wir viel „Programm“ absolviert. Abschlussbesuch BiohofAnkersolt, Schulifahrt, Strandwoche, Schulbesuchswoche, Zelten, Fahrzeugtag usw… Selbst die Kinder sehnen sich nach einem normalen Waldtag. Und dann wissen wir wieder warum wir sonst nicht so viel Programm wollen, sondern uns lieber mit wichtigen Dingen beschäftigen, wie zum Beispiel:„Was kann ich?“ – „Was will ich?“ – „Wer bin ich?“ Diese Fragen kann man sich nur im freien Spiel, in dem man sich 3 Stunden täglich beschäftigen muss/darf, selbst beantworten. Und auch dann fällt es schwer. Wir brauchen alle ZEIT und RAUM, um uns auf uns selbst zu besinnen. Mit Aufgaben und Programm lässt sich so etwas sehr gut betäuben. Wie hilflos Kinder wirken, die zu uns kommen und nicht spielen können! Sie denken nicht mehr frei, sie sind häufig so angepasst, dass sie nicht mehr an ihre eigenen Ideen glauben. Oft werden diese Kinder zu den unauffälligen und unproblematischen Gruppenmitgliedern. Diese Kinder fallen bei uns allerdings eher auf, weil sie eine Anleitung zum freien Spiel benötigen. Sie müssen sich auf den mühsamen Weg machen, sich selbst kennen zu lernen. Und dann gibt es die Kinder, die „anecken“ und sich einfach lieber bewegen und andere Stärken haben. Oft werden sie verkannt und holen sich dann ihre negative Aufmerksamkeit ab. Sie sind dann diejenigen Kinder, die nicht stillsitzen können… Sie werden nie die „Stundenlang Bastelkinder“ werden. Aber muss man das? Basteln/stillsitzen in Maßen (würde ich behaupten) geht immer. Solange es nicht schon im Minialter überstrapaziert wird. Ich muss mich bewegen, damit ich mich konzentrieren kann. Wie gesagt, jeder braucht genügend ZEIT und RAUM, um sich zu entwickeln.Deswegen freuen wir uns so sehr auf eine neue Waldgeschichte mit neuen Kindern. Und gaaanz viel ZEIT und gaaanz viel RAUM. Auch die, die wir behalten dürfen verändern sich. Manche werden Schulis und andere sind dann Mittlere. Da wir in diesem Jahr 8 neue Kinder aufnehmen, wird es besonders spannend. Wir heißen Oskar, Lotta, Madita, Mathilda, Jon-Levi, Joscha, Mila und Elias herzlich willkommen. Wir freuen uns, euch ZEIT und RAUM zum Spielen zu schenken

Juni

Abschied 2019 – ein Schuli berichtet…Bei uns am Kühlschrank hängt so eine Liste. Mit Zahlen und Buchstaben. Einige Zahlen kann ich lesen und einige Buchstaben auch, denn meinen eigenen Namen kann ich ja auch schon schreiben und ich kenne auch die meisten Termine, denn sie wiederholen sich zum Glück in jedem neuen Kindergartenjahr. Genauso, wie es sich jeden Morgen wiederholt, dass wir mit der Fahrgemeinschaft in den Wald fahren und dort in den Tag starten. Genauso, wie Nicole und Sissel (fast) jeden Tag dabei sind, July und Yro ja sowieso auch (die vierbeinigen Begleiter, Anm. der Redaktion). Aber in diesem letzten Kindergartenjahr vor der Schule ist doch so Einiges anders als sonst. Wir neun (!) Schulis sind jetzt nämlich die Großen und es gibt ein paar Dinge, die WIR dürfen, was die Kleinen und Mittleren noch nicht dürfen. Neulich zum Beispiel, als Mama vor der „Reihe“ morgens eine Reporterin vom Amtsblatt war und uns Schulis gefragt hat, was uns eigentlich am „Wald“ besonders gut gefällt. Da durften wir hinterher alleine zur Wiese hinterherlaufen!Welche Termine da so auf unserer Liste stehen, wollt Ihr wissen? Das sind zum Beispiel der Besuch bei der Bücherei, beim Puppentheater in Flensburg oder auch unsere Strandwoche. Bei solchen Terminen treffen wir uns nicht im Wald, sondern im Dorf; beim Spielplatz am Amtsgebäude. Von dort aus starten wir entweder zu Fuß ins Dorf oder mit den Fahrgemeinschaften in die Stadt und an den Strand. Die Strandwoche gefällt uns immer besonders gut, weil wir dann aus unserem Waldkindergarten einfach einen Strandkindergarten machen. Wir feiern auch viele Feste bei uns im Wald. Fasching zum Beispiel, das ist immer lustig, wenn die Mama fast verzweifelt, weil sie nicht weiß, wie sie das Kostüm über die dicken Klamotten ziehen soll. Denn auch Fasching feiern wir draußen und da haben wir natürlich einen Schneeanzug drunter. Ostern feiern wir auch in unserem Kindergartenwald. In diesem Jahr haben wir für den Osterhasen die Nester in unsere Hütte auf der Wiese gelegt. Und er ist doch tatsächlich da reingekommen und hat die Nester befüllt. Da haben wir uns sehr gefreut, denn wir haben die Nester selbst gebastelt und gaaanz doll gehofft, dass er kommt. Hier haben übrigens die Kleinen Vorrang und dürfen zuerst in die Hütte gehen. Das ist natürlich „fies“ J Unser Osterfest haben wir auch auf der Wiese gefeiert. Zu solchen Festen dürfen alle kommen, die sich dem Wald verbunden fühlen. Omas und Opas, die Eltern ja sowieso, aber auch ehemalige Kinder und deren Eltern. In diesem Jahr haben wir die Geschichte vom Hasenfranz aufgeführt und haben es richtig gut hinbekommen, obwohl wir kaum Zeit hatten, gemeinsam zu üben. Es war nämlich immer irgendjemand krank und dann geht das ja nicht.Im Mai gibt es dann das Muttertagsfrühstück. Das ist eine Ehrenfeier für unsere Mamis. Wir bereiten Ihnen ein Frühstück bei uns auf der Wiese und empfangen sie gebührend. Dann werden sie wie in einem Restaurant bedient. Das finden unsere Mamis immer ganz wunderbar, denn dann können sie miteinander quatschen, was sie ja immer gerne tun. Die meisten Mamis haben morgens beim Abgeben nicht viel Zeit und dann quatschen sie eben beim Muttertagsfrühstück.Besonders gespannt bin ich in diesem Jahr auf die Schulifahrt. Da fahren Sissel und Nicole NUR MIT UNS in ein Heuhotel und dort übernachten wir auch. Übernachten tun wir dann alle auch nochmal zusammen im Wald beim „Väterzelten“. Da kommen dann bei fast allen Kindern die Väter mit (Mütter sind natürlich auch erlaubt, lassen in der Regel aber gern den Vätern den Vortritt, Anm. der Redaktion). Wir bauen dann die Zelte auf und essen zusammen, machen ein Feuer am Feuerplatz und wenn die Kinder schlafen, schnacken dann die Papis miteinander.Ende Juni ist der wichtigste Termin im Jahreskalender für uns: da werden wir nämlich aus dem Kindergarten rausgeworfen. Wir feiern ein großes Abschiedsfest und am Mittag nehmen uns Sissel und Nicole an den Armen und „werfen“ uns raus. Die Mama hat schon gesagt, dass sie dann sicher am Rand steht und weint. Aber sie hat mir erklärt, dass es Freudentränen sind und die Dankbarkeit für drei wundervolle Waldjahre, die unwiederbringlich sind…Aber jetzt wollte ich Euch doch noch berichten, wie das war, als Mama Reporterin vom Amtsblatt war. Da hat sie erzählt, dass in dem Amtsblatt jeden Monat ein Artikel über den Kindergarten erscheint. Da ist auch immer ein Bild dabei, das zeigt sie mir dann. In diesem Monat wollte sie schreiben, was wir Kinder eigentlich am Wald so gut finden. Das haben wir nicht ganz verstanden, denn es ist doch eigentlich ALLES gut! Aber dann haben wir nochmal überlegt, wir neun Schulis: David, Sophia, Jella „Blume“, Johan, Lea, Greta, Jonas, Lenith Neela und ich, Jella „Frosch“…
Wir mögen ganz besonders..:
…die Wiese …dass wir alle einen eigenen Baum haben
…den Hochzeitsplatz …Fußball spielen …den Märchenwald
…Nicole und Sissel …den Trimm-Dich-Pfad – …Bauer Peter, weil er uns den Platz gibt und seine Kühe. So, nun wisst Ihr etwas besser, wie das ist, ein Waldkind zu sein. Ich finde den Abschied auch traurig, aber ich freue mich auch auf die Schule und da kommen ja schließlich fast alle Schulis mit! Und außerdem können wir ja zu den Feiern im Wald auch wiederkommen. Ich denke, zum Laterne laufen werden wir uns alle wiedersehen.Viele Grüße aus dem Wald von Jella „Frosch“ !

Mai

Einfach Danke!Obligatorisch nutzen wir die Dezemberausgabe, um uns bei all denen zu bedanken, die unseren Kindergarten zu dem machen, was er ist. Aber die Freude und Dankbarkeit ist jetzt schon wieder so präsent, dass ich es einfach loswerden muss J…Der erste „Herzerwärmer“ in diesem Jahr kam von Holger Rohde (Team Tankstelle), der ganz uneigennützig ein Jahr lang das Trinkgeld für uns gesammelt hat. Als ob das nicht schon mehr als genug wäre, hat er den Betrag auf 500€ aufgestockt! Ganz herzlichen Dank nochmal!!!

Das „unsere“ Kinder und die Natur unsere Herzen täglich „zum Hüpfen“ bringen, ist der schönste und wertvollste Lohn für unsere Arbeit. Dazu kommen zunehmend Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen in „unserem“ Wald. Viele suchen das Gespräch, sind interessiert, stellen Fragen, verteilen Lob oder freuen sich einfach, dass wir da sind. Einen „besonderen“ Menschen durften wir in diesem Kontext kennen-lernen ich nenne ihn mal Jürgen. Er verfolgt unsere Berichte und möchte sowohl sein Equipment aber auch sein Know-how als pensionierter Er-lebnispädagoge zur Verfügung stellen. Zunächst Skepsis.. wo ist der Haken? Aber nein, es gibt keinener macht es einfach so, aus Nettigkeit und weil er unsere Arbeit achtet und Unterstützens wert findet. Dank ihm und seines gespendeten Kletterturms können die Kinder nun auch auf der Wiese „hoch hinaus“ Großartig!!! Wir freuen uns schon sehr auf den ersten Niedrigseil Parcours im Wald. Und es geht weiter…im Zuge unseres jetzt startenden Bienenprojektes erfahren wir, wie bereichernd Kooperation laufen kann! Der LDE (Lernen durch Engagement) Kurs der Struensee Gemeinschaftsschule hat uns ein Insektenhotel geschenkt und eine kleine Trockenmauer angelegt. Der Naturschutzverein hat uns beratend und helfend zur Seite gestanden, als es um die Zukunft unserer absterbenden Weide ging. Außerdem werden sie uns tatkräftig unterstützen, wenn wir in Kürze unsere Wildblumenflächen anlegen. Da es auch das Gemeinde Mittelangeln · Bildungslandschaft Jahresthema der Bildungslandschaft in diesem Jahr ist (Natur im weitesten Sinne), bedanken wir uns ganz herzlich für die bereitgestellten Vogelnistkästen und die Saat für unsere „Blumenwiese“. Ein Vater, der auch Imker ist, hat uns eine neue Beute zur freien Gestaltung zur Verfügung gestellt. Toll so ein Bienenhaus mal hautnah zu sehen, anzufassen, Spuren zu hinterlassen und evtl. zu verstehen. Wir freuen uns schon auf seinen Besuch und die Einübung des „Schwänzeltanzes“ mit den Kindern. „Unser“ Imker Pascal Andresen, (hier haben wir für dieses Jahr 2 Bienenpatenschaften geschenkt bekommen), hat uns bereits mit ausreichend Bildern versorgin seinen Beuten ist schon reger Betrieb. Auch hier steht noch ein Besuch an, auf den wir uns schon riesig freuen. Und last but not least: Unser Bauer Peter! Auch er ist Imker und möchte mit uns seine Beuten besuchen mehr noch, hier dürfen wir sogar beim Schleudern dabei sein! Er hilft uns bei der Wildblumenflächen Gestaltung, stellt Radlader, Trecker, Zeit und Muskelkraft bereit und hat trotz aller Biogasdebatten, Gülleverordnungen, Milchpreisen und sonstigen Vorkomm-nissen IMMER ein Lächeln auf den Lippen und Sonne im Herzen!!! DANKE!Die ersten Eltern haben bereits fleißig Hand angelegt und mit dem Frühjahrsputz und der „Umgestaltung“ der Wiese begonnen. Wir freuen uns schon jetzt auf unseren gemeinsamen „Aktionstag“ und dieses tolle Gefühl, gemeinsam etwas zu bewegen. Man muss nicht gleich die Welt verändernsteter Tropfen höhlt den Stein…DANKE für all das!!!

März

„Stille Post“…Stille Post ist ein sehr beliebtes Spiel bei uns im Wald. Teilweise ist es wirklich lustig, was am „Ende übrigbleibt“, nachdem es durch 20 Köpfe gewandert ist. Von der ursprünglichen Aussage ist es meistens nicht viel. Hier und da wird etwas missverstanden, undeutlich ausgedrückt, dazu gedichtet oder weggelassen, sodass es häufig in einem großen Gelächter endet… Sinn des Spiels…


„Stille Post“ bedeutet aber auch sinnbildlich, die „Verfälschung von Nachrichten durch mehrfache in-formelle Weitergabe“ und dann ist es irgendwann einfach nicht mehr nur „lustig“. Tagtäglich werden wir mit solchen Vorurteilen konfrontiert. Die häufigsten möchte ich hier kurz auflisten und Stichpunktartig beantworten.
1. Bei Regen hat der Waldkindergarten geschlossen! Nein, haben wir nicht. Regen ist ein Geschenk des Himmels und absolut kein Grund, drinnen zu bleiben. Groß wie Klein trägt gute Regenbekleidung, auf der Wiese steht eine Hütte, in der wir trocken frühstücken können, der Wald bietet uns Schutz (notfalls haben wir eine Plane dabei und bauen uns einen Unterstand).Bei ganz widrigem Wetter steht uns eine „Sturmhütte“ (Gemeinderaum in Rüde) zur Verfügung. Der Kindergarten hat feste, vorgegebene Ferienzeiten ansonsten ist jeden Tag Betrieb.
2. Die Kinder werden nicht ausreichend auf die Schule vorbereitet! Oh doch, das werden sie und zwar in überdurchschnittlichem Maße. Dies ist nicht nur meine persönliche Theorie, etliche Hirnforscher Soziologen, Pädagogen und Lehrer/Innen werden das bestätigen! Bei uns rennen sie nicht etwa den ganzen Vormittag wie kleine Neandertaler durchs Gehölz…es gibt Morgen und Abschluss Kreise (in denen wir hochkon-zentriert und achtsam Gruppenaktionen durchführen), Bastelangebote, „Schuliarbeit“ (Stifthaltung, Schwungübungen Formen, Farben etc.), feste Regeln und Rituale, an die sich alle gerne halten.
3. Berufstätige oder „Otto Normal“ können sich den Kindergarten nicht leisten!Alles eine Frage der Organisation! Wir haben sowohl „gut situierte Familien“, Einzelkinder, Großfamilien, Patchwork Familien, Familien an der Einkommensgrenze und alleinerziehende, berufstätige Mütter alles geht mit ein bisschen Organisation. Die Elternschaft ist super und unterstützt sich, so gut es geht. Reguläre Betreuungszeiten von 8.30 12.30 Uhr ermöglichen einen Halbtagsjob schon ohne große Schwierigkeiten und durch Fahrgemeinschaften und gegenseitige Hilfe ist es sogar durchaus möglich, „mehr“ zu arbeiten….und zu den Kosten: Wir liegen unter dem Satz eines Regelkindergartens mit gleicher Betreuungszeit
4. Da kriegst Du eh kein Platz die Warteliste ist unendlich lang! Und auch das stimmt nicht! Ja, wir haben eine Warteliste und ja, es gibt Jahre, in denen wir „Absagen“ erteilen müssen. Das hängt immer davon ab, wie viele Kinder im laufenden Jahr in die Schule entlassen werden. Im letzten Jahr waren es „nur 2“, in diesem sind es 9. Dementsprechend viele Plätze haben wir dann. Es macht in jedem Fall immer Sinn, sich bei Interesse auf die Warteliste setzen zu lassen. Und man hat schon „Pferde vor der Apotheke k…gesehen“…manchmal kommt alles anders als es zunächst scheint.
Für mein Kind ist das nichts oder doch?
Wird es gar nicht langweilig jeden Tag draußen?
Gibt es Vorteile?
Gibt es Nachteile?
Sicherlich gibt es noch viele Fragen mehr lasst uns ins Gespräch kommen!Am Donnerstag, den 28.03.2019 um 19.30 laden wir Euch alle ganz unverbindlich zu unserer Jahreshauptversammlung im Kulturzentrum Satrup ein!Neben einem kleinen Rückblick, einem kleinen Ausblick und Wahlen haben wir Zeit und Lust, alle Fragen und Unsicherheiten zu beantworten, Kritik & Lob entgegen zu nehmen und uns mal persönlich kennenzulernen

„Stille Post“ bedeutet aber auch sinnbildlich, die „Verfälschung von Nachrichten durch mehrfache informelle Weitergabe“ und dann ist es irgendwann einfach nicht mehr nur „lustig“. Tagtäglich werden wir mit solchen Vorurteilen konfrontiert. Die häufigsten möchte ich hier kurz auflisten und Stichpunktartig beantworten.
1. Bei Regen hat der Waldkindergarten geschlossen! Nein, haben wir nicht. Regen ist ein Geschenk des Himmels und absolut kein Grund, drinnen zu bleiben. Groß wie Klein trägt gute Regenbekleidung, auf der Wiese steht eine Hütte, in der wir trocken frühstücken können, der Wald bietet uns Schutz (notfalls haben wir eine Plane dabei und bauen uns einen Unterstand).Bei ganz widrigem Wetter steht uns eine „Sturmhütte“ (Gemeinderaum in Rüde) zur Verfügung. Der Kindergarten hat feste, vorgegebene Ferienzeiten ansonsten ist jeden Tag Betrieb.
2. Die Kinder werden nicht ausreichend auf die Schule vorbereitet! Oh doch, das werden sie und zwar in überdurchschnittlichem Maße. Dies ist nicht nur meine persönliche Theorie, etliche Hirnforscher Soziologen, Pädagogen und Lehrer/Innen werden das bestätigen! Bei uns rennen sie nicht etwa den ganzen Vormittag wie kleine Neandertaler durchs Gehölz…es gibt Morgen und Abschluss Kreise (in denen wir hochkonzentriert und achtsam Gruppenaktionen durchführen), Bastelangebote, „Schuliarbeit“ (Stifthaltung, Schwungübungen Formen, Farben etc.), feste Regeln und Rituale, an die sich alle gerne halten.
3. Berufstätige oder „Otto Normal“ können sich den Kindergarten nicht leisten!Alles eine Frage der Organisation! Wir haben sowohl „gut situierte Familien“, Einzelkinder, Großfamilien, Patchwork Familien, Familien an der Einkommensgrenze und alleinerziehende, berufstätige Mütter alles geht mit ein bisschen Organisation. Die Elternschaft ist super und unterstützt sich, so gut es geht. Reguläre Betreuungszeiten von 8.30 12.30 Uhr ermöglichen einen Halbtagsjob schon ohne große Schwierigkeiten und durch Fahrgemeinschaften und gegenseitige Hilfe ist es sogar durchaus möglich, „mehr“ zu arbeiten….und zu den Kosten: Wir liegen unter dem Satz eines Regelkindergartens mit gleicher Betreuungszeit
4. Da kriegst Du eh kein Platz die Warteliste ist unendlich lang! Und auch das stimmt nicht! Ja, wir haben eine Warteliste und ja, es gibt Jahre, in denen wir „Absagen“ erteilen müssen. Das hängt immer davon ab, wie viele Kinder im laufenden Jahr in die Schule entlassen werden. Im letzten Jahr waren es „nur 2“, in diesem sind es 9. Dementsprechend viele Plätze haben wir dann. Es macht in jedem Fall immer Sinn, sich bei Interesse auf die Warteliste setzen zu lassen. Und man hat schon „Pferde vor der Apotheke k…gesehen“…manchmal kommt alles anders als es zunächst scheint.
Für mein Kind ist das nichts oder doch?
Wird es gar nicht langweilig jeden Tag draußen?
Gibt es Vorteile?
Gibt es Nachteile?
Sicherlich gibt es noch viele Fragen mehr lasst uns ins Gespräch kommen!Am Donnerstag, den 28.03.2019 um 19.30 laden wir Euch alle ganz unverbindlich zu unserer Jahreshauptversammlung im Kulturzentrum Satrup ein!Neben einem kleinen Rückblick, einem kleinen Ausblick und Wahlen haben wir Zeit und Lust, alle Fragen und Unsicherheiten zu beantworten, Kritik & Lob entgegen zu nehmen und uns mal persönlich kennenzulernen

Februar

Winterblues? Es ist Mitte Januar in Mittelangeln. 5 Grad, nass, neblig, dunkel, matschig, trist einfach ungemütlich und „ermüdend“. Bei vielen hat der Winterblues voll zugeschlagen. Weil es an Licht fehlt, produziert der Körper einen Überschuss an Melatonin bekannt als Schlafhormon, was zu Desinteresse, Müdigkeit und Antriebslosigkeit führt. Um dem entgegenzuwirken brauchen wir eine gute Portion Serotonin das sogenannte Glückshormon. Im Rehberger Wald scheint ein Depot zu sein! Denn kaum sind wir unterwegs, erhellt sich die Stimmung, hat selbst das matschige grau einen besonderen Glanz und wir erkennen, welchen Schatz genau diese Zeit mit sich bringt. Alle Zeiger sind auf null gestellt. Die Kinder (und wir natürlich auch) sind durch die Weihnachtszeit, den Jahreswechsel und die Ferien „gesättigt“ von Programm, Aktionen, Überraschungen, Heimlichkeiten, Keksen, Geschenken und Konsum. Die Stimmung ist wechselhaft von „und was kommt jetzt“? bis ohhh schön, einfach „nur“ sein. Die Natur gibt den Rhythmus vor. Meist ist es sehr leise, sowohl die Bäume als auch viele Tiere befinden sich im Ruhemodus und wir passen uns an. Jetzt kommt es mehr denn je auf eine „gut funktionierende“ Gruppe an. Wir flüchten oder verstecken uns nicht in irgendwelchen Projekten oder Aufgaben, wir befassen uns mit uns selbst, das ist so ziemlich das einzige, was wir in dieser Zeit haben, brauchen und wollen. Wenn wir im Sommer „gut“ vorgearbeitet haben, die Gruppe richtig beobachtet, eingeschätzt und unterstützt haben, dann dürfen wir nun die Früchte ernten J…

19 kleine (und 2 große Individuen), unterschiedlichen Alters, unterschied-lichen Geschlechts, unterschiedlichen Lebensbedingungen- und doch gehören wir alle auf ganz besondere Art zusammen. Jede/r kennt jede/n. Und damit meine ich nicht den Namen oder das Zeichen auf dem Rucksack. Wir kennen Stärken und Schwächen voneinander, niemand ist egal oder unwichtig. Es funktioniert nur, wenn alle mit im Boot sind. Wenn wir z.B. zum Dachsbau möchten, müssen wir einen Graben überqueren. Es kommt überhaupt nicht drauf an wer erster oder schneller ist, denn für alle geht die Reise erst weiter, wenn die gesamte Gruppe auf der anderen Seite angekommen ist…Sozialkompetenz ist hier das Schlagwort. Na klar ist es manchmal mehr als eine Herausforderung, von einem 3jährigen Kind Empathie zu erwarten, das haben viele Erwachsene bis heute nicht gelernt! „Wenn ich bockig bei 2 Grad sitzenbleibe, werde nicht nur ich kalt, sondern die ganze Gruppe wird stinkig, weil es nicht weitergeht“…Draußen gehört es „zum überleben“ dazu mich anzupassen, einzuordnen, auf die Anderen Rücksicht zu nehmen. Alle achten auf alle. Es wird hier selbstverständlich vom Leben gelehrt und zwar nicht nur für die Zeit im Wald. Es gibt verschiedene Untersuchungen und Studien (z.B. von Peter Häfner) die belegen, dass die Natur das Sozialverhalten von Kindern nachhaltig verbessert. Wenn wir mit ehemaligen Eltern oder Lehrkräften von unseren Waldkindern sprechen, dann ist nicht, wie so oft vermutet, dass „Naturverständnisse“ oder das „Umweltwissen“ das, was die Zeit im Wald zurücklässt. Es ist ganz eindeutig die Sozialkompetenz! 19 Kinder ein Sack Flöhe aber unsere Gruppe „funktioniert“ so gut, dass wir blind vertrauen und überall mit ihnen hingehen würden! In die Kirche, ins Museum, zum Bäcker zum Donut essen, in einen Spielzeugladen und alle sind immer ganz erstaunt, wie „wohlerzogen“, ruhig und harmonisch es bei uns ist…P.S.: Gegen den Winterblues: Die „Serotonin Tankstelle“ hat 24 Std. an 7 Tagen in der Woche geöffnet und kostet nix… Ich kann es nur…Liebe Grüße,

Januar

Es ist wieder ein Waldjahr vergangen… Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Ein ganzes Jahr voller Erlebnisse und Abenteuer. Schulis sind gegangen und neue Kinder sind gekommen … unser 20jähriges Jubiläum … die Schulifahrt … die Strandwoche … alle unsere Feste und Aktionen. Im Rückblick ein Jahr mit allen Facetten der Jahreszeiten. Wir haben sie ZUSAMMEN erlebt.Danke für dieses WaldjahrEigentlich ist damit schon alles gesagt. Aber es stecken so viele tolle Menschen hinter unserem „Projekt“ Naturkindergarten, dass es nicht ausreicht allgemein Danke zu sagen.Wir können es also nicht oft genug wiederholen, DANKE an unseren ehrenamtlichen Vorstand. Bei Kirsten Koch (Schriftführerin) für Protokolle, die sehenswert sind und für ihre offene, frische Art Sachen anzusprechen und unvoreingenommen immer wieder nachzuhaken. Bei Lisa Lassen (Kassenwartin) für ihren Zahlenverstand und ihre Genauigkeit, plus der Aufmerksamkeit, dass alles seinen richtigen Weg geht. Bei Sven Schlott (2. Vorsitzende) für seine immer hilfsbereite und ausgleichende Art, die schon so manches hochgekochtes Gespräch wieder versachlichte (es wird geflüstert, dass er den Rasenmäher besonders liebt ;). Bei Anne Remmer (Beisitzerin) für ein Interesse an uns, das beispielhaft ist und die immer alles zu schätzen weiß. Die uns auch gerne wieder „runterholt“, wenn wir ein wenig die Bodenhaftung verlieren. Ein Urgestein im Vorstand. Bei Ann-Kristin Goldbeck (1. Vorsitzende) für den Mut diesen Posten zu übernehmen, ihn auszufüllen und sich mit lauter Stimme vor uns zu stellen und absolute Rückendeckung zu geben.Wir möchten uns ganz herzlich bei euch bedanken für den unermüdlichen Einsatz, eure freie Zeit in diesen Kindergarten zu investieren, damit die Rahmenbedingungen gegeben sind. Die Kinder haben dadurch einen wunderschönen Platz zum Spielen, Lernen und alle die Dinge zu tun, von denen wir schon in den anderen Berichten geschrieben haben. DANKEDann sind da noch die Menschen, so wie Bauer Peter und Christiane (Espermüller) die einfach da sind und uns ihren Hof für Bring und Abholmöglichkeiten zur Verfügung stellen und Peter, der uns nicht einen Wunsch abschlagen kann. Wir möchten uns auch bei euch für die immer unkomplizierte Art miteinander umzugehen bedanken.BioHof Ankersolt, mit dem wir eine Kooperation haben und den wir zu jeder Jahreszeit sehr gerne besuchen. Anne (Petersen) nimmt uns mit offenen Armen für einen Vormittag auf und lässt uns teilhaben an ihrem Hof mit Hühnern, Rindern, Pferden und den Edelsteinen im Sandhügel. Die Kinder genießen die Besuche. DANKEBei unserem Förster Udo (Harriehausen) bedanken wir uns für die Hilfsbereitschaft bei allen Anfragen, die wir an ihn herantragen. Da sein Terminkalender zeitlich sehr eng ist, freuen wir uns, wenn er durch „unseren“ Wald fährt und wir ihn, ob er Zeit hat oder nicht, abfangen und ihn kurz aufhalten können. DANKE für die Unterstützung und deine freundliche Art.Es fehlt noch die Regenbogenschule mit der Ver-bindungslehrerin Karen Utecht, die den Kontakt zu uns immer pflegt und uns, trotz unserer Größe, nicht vergisst. DANKEfür die tolle Zusammenarbeit.Liebe Eltern wir freuen uns, euch zu haben, und wir bedanken uns für das Vertrauen, dass ihr in uns steckt und dass wir eure Kinder für den Vormittag „ausleihen“ dürfen. Und natürlich dafür, dass ihr die ständige Herausforderung annehmt, die „richtigen“ Klamot-ten anzuziehen und sie irgendwie (mehr oder weniger) immer wieder sauber bekommt. DANKEWir bedanken uns auch bei allen, die es gut mit uns meinen und uns unterstützen.Es ist ein Geschenk, mit „unseren“ Kindern in den Wald zu ziehen und Abenteuer zu erleben, die das Leben spielt. Das ist nur mit meiner absoluten Lieblingskollegin möglich. DANKE dir für wieder mal ein wunderbares Waldjahr.Es muss alles passen und zusammengehören. Wir haben das Gefühl, dass das „Projekt“ Naturkindergarten genau so wie es ist, passt! Ich wünsche allen ein schönes und friedliches Jahr 2019!