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Naturkindergarten Satrup

Berichte 2020

Jahresrückblick 2020

Alle Jahre wieder-meist zum Jahresende- ist es an der Zeit, zurückzublicken. Wie ist es gelaufen? Gab es besondere Highlights? Änderungen? Gab es ein Jahresthema? Ziele erreicht? Dieses Jahr erscheint es mir irgendwie  „schwierig“.  2020 in Worte zu fassen ist pikant-ich werde es trotzdem versuchen. Es beginnt ganz harmlos. Der Januar bringt uns (wie immer) nach der aufregenden und aktionsreichen Advents u. Weihnachtszeit auf ganz natürliche Weise wieder runter. Alles ist auf null gestellt. Die Natur ist weitestgehend in Winterruhe, die Wasserbahn und der Sand sind eingefroren-alles ist auf das Minimum reduziert. Besinnliche Zeit.  Im Februar steht dann für einen Moment die Welt still, als Jes-Oke  Espermüller so unerwartet und plötzlich verstirbt. Unser täglicher Start-und Endpunkt, unsere Basis überschattet von Trauer und schmerzlicher Hilflosigkeit. Im März sorgt Corona für einen „Lock down“ und hat alles einmal heftig durcheinander gebracht. Eine völlig neue, irgendwie unwirkliche Zeit bricht an und macht uns deutlich, wie wenig Einfluss wir  eigentlich auf das „große Ganze“ haben…Wie alle anderen Kitas müssen auch wir schließen. Unsere digitale Plattform wird kurzerhand zur täglichen Kontaktbörse. Es gibt wöchentliche Aufgaben, die wir zwar nicht zeitgleich aber dennoch irgendwie gemeinsam bewältigen, kleine Videos, Bilder und Sprachnachrichten bereichern unseren Alltag,  Botschaften werden auf der Wiese oder im Wald hinterlassen…Dadurch und natürlich durch die tiefe Bindung und das Vertrauen im Vorfeld, geht es nach 9 langen Wochen – ohne jegliche Berührungsangst- „einfach“ weiter. Einige traditionelle Termine wie z.B. die Schulbesuchstage, das Vater-Kind-zelten, der Oma/Opa-Tag oder die Strandwoche finden leider nicht statt, andere Events wie z. B. die Schulifahrt passen wir einfach Corona-Konform an (statt Übernachtung auf einem Ferienbauernhof-zelten auf der KiGa-Wiese). Ein Open-air Konzert auf unserer Wiese ist der kulturelle Höhepunkt. Der Rausschmiss Ende Juni schließt das Kindergartenjahr 2019/2020 ab. Im August nehmen wir (ohne großen Abschiedsschmerz und endlos-Eingewöhnung)  6 Neue Kinder auf. Wir lassen uns die nötige Zeit zum Kennenlernen, zum Ankommen, zum Platz finden. Diesen wichtigen Gruppenfindungsprozess künstlich zu beschleunigen macht nachhaltig keinen Sinn. Marmelade kochen, Ernte-Dank-Frühstück, Arbeitseinsatz auf der Wiese- alles findet-in etwas abgespeckter Form- statt. Und auch das Laterne laufen lassen wir uns nicht nehmen- erstmalig ohne Eltern. Denn  „nur“ weil sie nicht mit „dürfen“, müssen doch nicht zwangsläufig auch die Kinder darauf verzichten…Wir genießen und wertschätzen  einmal mehr, den besten Arbeitsplatz der Welt zu haben. Wir sind draußen, wir sind klein- viele Auflagen, Einschränkungen und Hygienebestimmungen etc. können wir relativ einfach umsetzen. Unterm Strich kann ich sagen, dass wir in unserem „Bullerbü- Kindergarten“ (auch in dieser Ausnahmesituation) alles haben, was klein und groß zum glücklich sein braucht. Aber wir sind ja nicht alleine auf dieser Welt und es gibt noch ein Leben nach dem Kindergarten und da sieht es teilweise echt düster aus. Social media ist überfüllt mit Anfeindungen, Denunzierungen, es tun sich regelrechte Fronten auf. Aber auch im „realen Leben“ schreitet diese Spaltung kontinuierlich voran…Schwarz gegen weiß, gut gegen böse, Befürworter gegen Gegner und die Grauzone  schwimmt irgendwo mittendrin und hofft, dass es bald ein Ende hat(wird aber angefeindet, weil sie sich nicht klar positioniert)… Wer glaubt, die Kinder seien noch zu klein und würden von all diesem Wahnsinn nichts mitbekommen, der irrt. Sie sind wahre Meister im Atmosphäre spüren! Sie fühlen die Sorgen und  Ängste, den Zorn und den Ärger, die Unsicherheit. Jetzt kommt es vor allem auf die innere Haltung an. Wir alle sind  überfordert mit dieser Situation, haben Ängste, Nöte, sind wütend, entsetzt oder was auch immer. Aber welchen Empfindungen wir Raum geben, ist unsere eigene Entscheidung. Wenn ich selbst vor Sorge umkomme oder vor lauter Frust und Hass nur noch rebellieren möchte, wenn ich in Selbstmitleid versinke oder vor Zynismus koche, dann bin ich kein verlässlicher Partner mehr für die Kinder.  Für sie ist jetzt das wichtigste, eine positive, zuversichtliche Grundstimmung zu spüren. Ideen erlauben, dass es irgendwie weitergeht. Anders halt. Das es immer einen Weg gibt. Das Krisen im Leben dazugehören, das auf Regen Sonne folgt…wie auch immer…die Hoffnung stirbt zuletzt. 2020 hinterlässt viele Fragezeichen, einen faden Beigeschmack und berechtigte Sorge, was es-speziell bei den Kindern-langfristig für Spuren hinterlässt. Für das neue Jahr wünsche ich uns allen das, was wir brauchen, was auch immer das ist… Seid nett zueinander

Mit den besten Wünschen und herzlichen Waldgrüßen,  Nicole Wedell


„Obermutig“ vs.“ Übermütig“
Eigentlich ist die Grenze zwischen „Mut“ und „Übermut“ klar definiert. Im Alltag verwischt sie allerdings häufig und allzu oft liegt sie auch im  Auge des Betrachters. Für den einen sind die Kinder (oder wir, die es zulassen) mutig, für den anderen absolut übermütig…                                                             Mut bedeutet, dass man sich traut und Subic spinwin casino fähig ist, etwas zu wagen. Übermut ist hingegen oft genährt von Selbstüberschätzung und hat etwas mit „Leichtfertigkeit“ zu tun. Auch bei uns im Kindergarten haben wir zunehmend mit diesem Spagat zu tun. Woran liegt es? Heutzutage sind viele Kinder nicht mehr „Mitglied“ einer Familie sondern der“ Mittelpunkt“.  Liebe und Fürsorge ist die Basis einer guten Erziehung. Das Leben besteht aber  aus einem Wechselspiel zwischen Bindung und Autonomie. Letztere kommt leider häufig zu kurz, Jedes Jahr aufs Neue kommen z.B. Kinder mit der festen Überzeugung, sie seien schneller als „die Großen“ -schließlich sind sie ja auch schneller gelaufen als der Papa…Der meint es sicherlich nur gut und möchte seinem Sprössling „den Erfolg“ gönnen, aber die Enttäuschung ist dann in der Realität natürlich  umso größer. In der Gruppe lernen sie dann relativ schnell ihre wahren Fähigkeiten, Stärken und auch ihre Schwächen kennen. (Kinder sind da brutal ehrlich…) Häufig übernehmen auch Sissel & ich auch die“ Buhmann-Rolle“, nämlich immer dann, wenn wir den Kindern https://wmars.in/29939-antabuse-online-prescription-56982/ nicht helfen, irgendwo rauf zu kommen, ihnen runner runner poker Meudon keine fertigen Lösungen vorschlagen oder sie ganz bewusst tamoxifen citrate price nicht vor sämtlichen Unannehmlichkeiten buy clomid emulously bewahren. Am Anfang können die Kinder einfach gar nicht verstehen, warum wir ihnen da nicht eben raufhelfen, oder warum sie ihr Frühstück selbst einpacken müssen oder wieso sie uns tatsächlich fragen müssen, obwohl wir doch eigentlich ganz genau sehen, was sie gerade möchten. Hart ist das Leben! Warum sind wir da so konsequent? Reicht es nicht, wenn sie später ganz zwangsläufig damit konfrontiert werden? Können wir ihnen die ersten Jahre nicht so stressfrei und angenehm wie möglich gestalten? NEIN, nicht wenn wir möchten, dass aus ihnen eigenverantwortliche, selbstständige und glückliche Kinder werden!                                                                                                                                                            Was passiert mit Kindern, denen sämtliche Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden? Ihnen fehlen elementare Grunderfahrungen. Die Kompetenzen des selbstständigen Handelns und Denkens werden (meistens) von den Eltern übernommen. Sie werden zwar vor Misserfolgen und Auseinandersetzungen geschützt, aber gleichzeitig nicht auf Herausforderungen vorbereitet. Wenn sie nie lernen, ein Problem selbstständig zu lösen, gipfelt es in Versagensängsten und Hilflosigkeit. Sie lernen nicht, sich aus eigener Kraft durchzusetzen, Konflikte durchzustehen, Spannungen auszuhalten, zu scheitern. Zu einer gesunden Entwicklung gehört das aber unbedingt dazu.

Oktober

Aki valacyclovir price at cvs Ein Jahr unter dem Motto „Natur & Umwelt“:                                                                                                                                Naturkindergarten Satrup e.V.

Das Jahresmotto der Bildungslandschaft  „Natur & Umwelt“ aus dem Vorjahr ist Einstimmig in die Verlängerung gegangen. Aus gutem Grund: Natur ist vielfältig, Natur ist allgegenwärtig, Natur ist zum Anfassen, Natur ist inspirierend, Natur macht Spaß, Natur ist unsere Grundlage, Natur geht uns alle an. WIR sind Natur. Ein kleiner Teil des großen Ganzen…Im Naturkindergarten wird seit mehr als 22 Jahren (!) in und mit der Natur „gelebt“. Die Kinder lernen dadurch wesentliche Zusammenhänge ganz natürlich- hautnah sozusagenJ. Z.B. ist durch die Trockenheit der vergangenen Wochen  unser Tümpel an der Wiese nahezu ausgetrocknet und die Wasserbahn hat zwangsläufig Pause. Keine Matschekuchen, kein geschmeidiger Lehm, kein Beton etc…Während sich die Neuen Kinder schwertun es zu akzeptieren und es immer wieder hinterfragen bzw. den Wasserhahn suchen, wissen die „alten Hasen“ einfach, das wir auf Regen warten müssen. Wie unfassbar wertvoll diese täglichen Interaktionen sind, soll nicht Bestandteil dieses Berichtes sein. Hier geht es mehr darum, was der Naturkindergarten für „besondere“ Projekte zum Thema macht bzw. gemacht hat. In diesem Jahr wollten wir uns u.a. mit „Kunst & Kultur in und mit der Natur“ befassen. Noch bevor die Temperaturen es zuließen, kam Corona und der Kindergarten hatte „Zwangspause“. Zwar nicht gemeinsam als Gruppe vor Ort aber dennoch in Kontakt (hier hat die WhatsApp Gruppe eine völlig neue Bedeutung erlangt) – gab es wöchentlich Aufgaben, die entweder zu Hause, auf der Wiese oder im Wald erledigt werden durften. Bemalte Steine, Riesen Natur Mandalas, mit Wolle umwickelte Bäume, Lehmfiguren, Saatbomben, Zauberstäbe, eine Tipi Stadt im Wald- lauter Kunstwerke die unseren Wald und unsere Wiese schmücken. Das absolute kulturelle Highlight war dann unser Sommerfest. Seit Bestehen des Kindergartens das allererste (professionelle) Live Konzert. Der junge Künstler Eros Atomos Isler (Finalist von „The Voice of Germany“) hat die Wiese gerockt! In keinem Konzertsaal der Welt hätte es schöner sein können- die Stimmung war einfach Hammertoll! Unser Fazit: Natur und Kunst & Kultur harmonisieren perfekt. Natur an sich ist schon Kunst (und Kultur natürlich auch). Aber von Menschen gemachte Kunst & Kultur wird durch die Natur nochmal aufgewertet! Jetzt nach den Ferien im neuen Kindergartenjahr kümmern wir uns um unsere Wiese. Die im letzten Jahr angelegte Wildblumenfläche wird aktuell durch mitgebrachte und gespendete Sträucher, Blumenzwiebeln, Samen und Stauden bereichert. All diese Projekte sind unbestritten toll- von der Blühwiese über die Kunstwerke, die Patenschaft beim Imker und „echte“ Künstler auf unserer Wiese -und eins haben alle gemeinsam: eine positive Außenwirkung, man kann es zeigen, es ist greifbar…So sind wir gestrickt. Was ich nicht sehe und anfassen kann, ist nicht existent oder zumindest nicht wichtig. Es ist nicht messbar. Schade, dass ein Projekt oder eine Arbeit oftmals auf das Endergebnis reduziert wird. Der Weg dorthin ist der eigentliche Erfolg! Das mit Abstand tollste Erlebnis in diesem Jahr war, als ich die Kinder bei einer wohl sachlichen aber auch „emotionalen“  Unterhaltung mit einem Forstarbeiter beobachten durfte. Er war dabei, überstehende Äste am Waldrand großflächig abzuknipsen. Die Kinder fragten, warum er das tut und das es das Futter für die Tiere ist. Er verwies dann auf zu Hause, das Mama oder Papa dort doch bestimmt auch den Garten pflegten. Er meinte, es sieht doch „schick“ aus und die Leute müssen doch die Schilder lesen können. Unsere Kinder waren davon nicht überzeugt und erklärten ihm den Unterschied zwischen zu Hause und Wald (Natur). Das wir nur Gäste sind und die Tiere hier wohnen und die abgeschnittenen Zweige innerhalb kurzer Zeit welken…Die Kinder ließen nicht locker und dem Forstarbeiter wurde dieses „Verhör“ aus Mangel an Argumenten zusehends unangenehm.Gänsehautfeeling! Und ja, es ist wichtig, das sie –zumindest kognitiv-wissen, dass es ein Wirtschaftswald ist- und die Leute unterschiedliche Ansprüche an ihn haben. Nichts desto trotz sind so empathisch mit der Natur, mit jedem Tier und jeder Pflanze – und das nicht, weil wir es gerade gelernt oder besprochen haben…Sie fühlen es! Das ist für mich persönlich so viel mehr wert, als das schönste Kunstwerk oder die tollste Präsentation eines erfolgreichen Projektes.

Liebe Grüße aus der Natur,                                                                                                                            Nicole Wedell, Naturkindergarten Satrup e.V.

August

„Alles im grünen Bereich?“

Ein neues Kindergartenjahr beginnt. Die „alten Hasen“ wurden gebührend verabschiedet und für Mia, Amelie, Lara, Luise und Oke  (natürlich auch ihren ElternJ) beginnt nun das große Abenteuer „Waldkindergarten“. Jedes Jahr aufs Neue ist und bleibt es spannend, wie jedes einzelne Kind ihren/seinen Platz findet, wie die Gruppe zusammenwächst, wie die Eltern diesen Prozess erleben, bis wir dann-wie jedes Jahr-am Ende sagen: „Also diese Gruppe ist wirklich etwas ganz besonderes!“ (Und das ist nicht gelogen, denn jede Gruppe ist einfach etwas ganz besonderes …)                                           Alle die mich kennen wissen, dass ich meinen Job liebe! Jeden Tag mit so herrlich echten, liebevollen und bezaubernden Kindern die Natur zu erleben ist tatsächlich ein Geschenk! Beim Lesen eines Zeitungsartikels Anfang des Monats mit dem Titel „Alles im grünen Bereich“  ist mir nochmal von wissenschaftlicher Seite bestätigt worden, was mir mein Gefühl seit vielen Jahren sagt. Zum einen sind es natürlich die Kinder selbst. Ihre Leichtigkeit, die Unbedarftheit, die Selbstverständlichkeit und die Ehrlichkeit mit der sie unterwegs sind (sofern man sie lässt!) sind wie ein frischer Sommerregen-einmal „Hallo wach“-worauf kommt es denn eigentlich an… Dazu kommt dann die Natur an sich, die nachgewiesenermaßen Einfluss auf das gesundheitliche Befinden hat. Es fallen Schlagworte wie: Biophilia (zusammengesetzt aus Bio-Leben und Philia-Liebe, also Liebe zum Leben und Liebe zur Natur) und Shinrin Yoku- schlicht Waldbaden. Waldbaden ist eine Einladung, sich mit der Natur zu verbinden. Dabei geht es nicht darum, durch den Wald zu hetzen, in Laub Hügel zu springen, Wald-Trimm-Dich-Pfade abzuhetzen oder bei einer Kastanien-Such-Challenge alles rundherum auszublenden…Es geht um Langsamkeit, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. Denn die erlebte Verbundenheit mit der Natur, sich selbst und dem Leben wirkt zutiefst heilsam. Jede/r von uns weiß, wie erholsam, erfrischend oder auch beruhigend ein Waldspaziergang sein kann. In Japan hat man daraus bereits vor 30 Jahren ein Therapiekonzept entwickelt. Aber auch in Deutschland gibt es schon „Heilwälder“. „Waldbademeister“ werden ausgebildet, Wald-Yogakurse, Waldkochen und Biophiliatouren angeboten und somit der Versuch gestartet, dem gefürchtetem „Naturdefizitsyndrom“ zu entkommen. Waldmedizin etabliert sich als  eigener Forschungszweig. Nach Aussagen von Professor Quing Li von der University Medical School in Tokio -der als einer der wichtigsten Experten auf diesem Gebiet gilt-senkt  „Waldbaden“ den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel, erhöht die Herzfrequenz-Variabilität(stärkt somit das Herz-Kreislaufsystem), verbessert die Konzentrations-und Gedächtnis Leistung, kann Depressionen und Ängste lindern und sogenannte Killerzellen die bei der Krebsabwehr eine zentrale Rolle spielen, steigen nachweislich an. Das Immunsystem wird gestärkt und der Stresslevel sinkt. Das wichtigste: Ein Aufenthalt im Freien ist immer bereichernd, falsch machen kann man dabei nix. Um einen „therapeutischen Effekt“ zu erzielen kann man sich geführten Waldtouren mit geschultem Personal anschließen, eines von zahlreichen Büchern zum Thema lesen, Kurse belegen, oder aber: Die Sinne öffnen! Wenn wir wieder spüren, wie es sich anfühlt ganz wach und lebendig zu sein, ein Teil des großen Ganzen zu sein, dann haben wir eine ganz andere Basis für die Herausforderungen des Alltags. Kinder legen sich ganz selbstverständlich auf den Waldboden, sie erkunden die Welt mit großer Freude. Wolken, Blüten, Sterne, Käfer-alles wird genauestens inspiziert. Sie heben Blätter, Blumen, Steine und Stöcker auf-völlig fasziniert. Sie springen in Pfützen, klettern auf Bäume, rollen Hügel hinunter-die Natur ist ein einziges Abenteuer. Und dort wo sie auf Bärenjagd sind, sehen Erwachsene nur Gras und Hecken. Eine Kurzanleitung für ein kleines „Waldbad“ zum Ausprobieren: Geduld muss man üben. Gerade wenn die Zeit knapp ist, erlauben wir uns nicht, still zu sitzen und einfach nichts zu tun. 1) Setze Dich an einen ruhigen, ungestörten Platz in der Natur, wo Du Dich sicher fühlst. 2) Suche Dir einen Fokus (Baumrinde, Käfer, Halme etc.) und beobachte es 20 Min ganz genau (gerne auch die Uhr stellen). Wenn die Gedanken wegschweifen-ganz normal. Fokussiere einfach neu. Rieche, höre, sehe, fühle (schmecke-je nach demJ)  gönne Dir einfach die Zeit. Abschließend lobe Dich selbst und genieße diese tiefe Zufriedenheit. Im Waldkindergarten erlauben und erinnern wir uns  tagtäglich“ achtsam“ zu sein, ohne erhobenen Zeigefinger und ohne „diesen esoterischen Touch“, sondern einfach nur, weil es uns allen guttut! „Alles im grünen Bereich“!!!

Waldige Grüße,

Nicole Wedell

Juli

6 Jahre Naturkindergarten – „unsere“ Kindergartenjahre neigen sich dem Ende entgegen.

Jetzt ist es bereits sechs Jahre her, dass wir mit unserem Ältesten in das Abenteuer Kindergarten gestartet sind. Wir waren am Anfang genauso aufgeregt, wie unser Sohn. Ein neuer Lebensabschnitt sollte beginnen. Was da wohl auf uns alle zukommen wird? Das erste Mal ohne Mama und Papa unterwegs sein,  fremden Kindern gegenübertreten, die Wiese und den Wald kennenlernen, Vertrauen zu Nicole und Sissel aufbauen … und das alles ganz alleine? … Mir als Mutter, ist es die ersten Tage nicht leicht gefallen, meinen Sohn in dieses Abenteuer zu schicken. Aber ich konnte schnell feststellen, dass er eben nie alleine war. Von Anfang an waren Nicole und Sissel immer da, wenn sie gebraucht wurden und haben uns allen den Start in die Kindergartenzeit leicht gemacht, sodass wir uns schon bald morgens mit einem guten Gefühl voneinander verabschieden konnten.

Jetzt nach sechs Jahren wird unser drittes Kind aus dem Kindergarten „geschmissen“ und wir blicken zurück auf sechs wunderbare Jahre. Ich bin

sehr froh darüber, dass wir uns für diesen Kindergarten entschieden haben und unseren Kindern damit ein sicheres Fundament für ihr weiteres Leben gegeben haben.

Ein Kindergarten steht oder fällt mit den Erzieherinnen, die unsere Kinder durch ihre Kindergartenzeit begleiten. Daher möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei euch, Nicole und Sissel, bedanken. Der Naturkindergarten ist nur das, was er ist, weil ihr da seid. Ihr habt unsere Kinder, als sie mit drei zu euch in den Kindergarten kamen, herzlich aufgenommen. Ihr habt ihnen die Sicherheit gegeben, die sie brauchten um sich an den neuen Kindergartenalltag zu gewöhnen. Ihr habt ihnen den Rücken gestärkt, als es darum ging Freundschaften zu knüpfen, Konflikte auszutragen, auch einmal Niederlagen einzustecken, ihre eigenen Stärken aber auch Schwächen kennen- und akzeptieren zu lernen.  Ihr habt ihnen, als sie größer wurden Freiräume gegeben, um ein eigenes kreatives Spiel zu entwickeln. Und später als sie dann ins Vorschulalter kamen habt ihr ihnen genug Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben, um mit einem guten Gefühl in das neue Abenteuer „Schule“ starten zu können.

Wir haben gemeinsam mit euch so viele tolle Feste auf der Kindergartenwiese gefeiert. Angefangen mit dem Laterne laufen im Herbst im dunklen Wald, gefolgt von Weihnachtsfesten auf der Wiese, Osterfesten mit Stockbrot am Lagerfeuer, Muttertagsfrühstücken im Sonnenschein auf der Wiese, Vater-Kind-Zelten, … Immer wieder durften wir euch übers Jahr auf der Wiese besuchen und so ein bisschen an der Kindergartenzeit unserer Kinder teilhaben. Aber außerhalb dieser besonderen Tage, durften die Kinder bei euch vor allem eins, Kind sein. Innerhalb fester Regeln und Grenzen durften sie kreativ und frei spielen, mit allem was die Natur zu bieten hat. Und das hat ihnen einfach gut getan.

Nun ist unser letztes Kindergartenhalbjahr angebrochen. Noch einmal genießen, wenn die matschigen Tage zu Ende gehen, wenn die Sonne die Natur wieder zum Leben erweckt, ein letztes Osterfest, ein letztes Mal gemeinsam mit den Müttern auf der Wiese sitzen und sich am Muttertag von den Kindern verwöhnen lassen, ein letztes Mal Strandwoche, dann endlich in der Schulwoche die Schule kennen lernen, auf der Schulifahrt vielleicht zum ersten Mal ohne Mama und Papa „verreisen“ und am Ende dann unweigerlich der Rausschmiss … So war der Plan und dann kam Corona … Von heute auf morgen war der Kindergarten zu. Die Freunde konnten nicht mehr gesehen werden und wir mussten alle zu Hause bleiben.  Aber auch in dieser Situation habt ihr einen tollen Weg gefunden um „euren“ Kindern die Zeit ein wenig leichter zu machen. Und wenn auch nicht persönlich, so konnten doch alle mit eurer Hilfe und euren tollen Aufgaben ein wenig im Kontakt bleiben.
Seit dem 18. Mai dürfen unsere Schulis nun endlich wieder täglich in den Kindergarten gehen. Und wieder einmal bin ich dankbar dafür, dass ihr da seid. Ihr nutzt alle Möglichkeiten um unseren Kindern, die letzte Zeit im Kindergarten so schön wie möglich zu machen und ihnen noch so viel – wie eben in der aktuellen Situation geht – möglich zu machen. DANKE! Ihr seid einfach toll!

Ich möchte mich auf diesem Wege aber auch einmal ganz herzlich bei Bauer Peter und Christiane bedanken. Jeden Morgen bringen wir unsere Kinder zu euch auf den Hof, dem Treffpunkt des Kindergartens. Und obwohl euer Hofplatz durch die vielen Elterntaxis schon manchmal sehr belegt ist, habt ihr immer ein Lächeln für uns und man fühlt sich Willkommen. Vielen Dank dafür!

Und ich möchte mich bei allen Eltern bedanken, die ich in den letzten 6 Jahren kennenlernen durfte. Die Elterngemeinschaft im Naturkindergarten ist etwas ganz besonderes. Wenn es drauf ankommt ist hier wirklich jeder für jeden da und das finde ich unglaublich toll!

Sechs Jahre Kindergartenzeit gehen jetzt also zu Ende – wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auch wenn wir uns für unseren Jüngsten freuen, dass er nun auch in die Schule starten darf, war die Kindergartenzeit eine unglaublich tolle Zeit, an die wir alle noch lange gerne zurückdenken werden.

Lisa Lassen

Mai

Was ist das bloß für eine verrückte Zeit?!? Heute, beim Schreiben des Berichtes (es ist der 13.04.2020), steht noch in den Sternen, wann wieder „Normalität“ eintritt. Wann der Kindergartenbetrieb wieder starten darf, wann wir wieder Freunde „live“ treffen dürfen, wann die Schule wieder losgeht, die Geschäfte öffnen, Sportvereine wieder aktiv werden oder wir uns beim Friseur die Haare schneiden lassen können. Nie, nie, nie hätte ich für möglich gehalten, das ein einziges Virus in der Lage ist, die Welt einmal so massiv auf den Kopf zu stellen. Und seid mal ehrlich-ihr auch nicht…Wir sitzen alle in demselben Boot-egal ob jung oder alt, arm oder reich, hier im Norden oder im tiefsten Bayern. Da hat jemand mächtig auf die Bremse getreten! Aber die Konsequenzen dieser Pandemie könnten unterschiedlicher nicht sein. Da gibt es die Risikogruppe der Senioren und chronisch Kranken(und deren Angehörige) – sie haben tatsächlich „Todesangst“. Selbständige-vor allem Kleinstbetriebe haben vorrangig ganz existenzielle Sorgen, der Jugend fällt ohne social-contact „die Decke auf den Kopf“ auch wenn 5 Wochen (oder wie lange noch???) Osterferien ganz cool sind. Eltern müssen in Kurzarbeit oder Homeoffice oder verlieren ihren Job`s. Und die Kleinsten? Sie verstehen ja gar nicht, warum oder was da eigentlich gerade los ist. Sie dürfen nicht zum Fußball, zum Reiten, zur Musikschule, in die Schule, den KiGa, weder Freunde und in vielen Fällen nicht mal Oma und Opa besuchen…Zudem spüren sie natürlich die „Angespanntheit“ und die Sorge der Eltern. Und auch hier reichen die Konsequenzen wieder von… bis…                                                Ein Kind mit 3 oder 4 Geschwistern in Flensburgs Nordstadt, 3-Zimmer Wohnung  ohne Garten, mit alkoholkrankem Vater oder psychisch kranker Mutter oder das Kind mit 2-3 Geschwistern in Mittelangeln, Häuschen, Garten, Hund, Mama und/oder Papa viiieeeel Zeit und das bei schönstem Wetter… (Hört sich jetzt echt nach Schublade an, ist aber durchaus real!) Ich ganz persönlich gehöre der Fraktion „Optimist“ an. Ich sehe tatsächlich auch Positives und etliche Chancen in dieser Krise. Aber ich bin auch weder von gesundheitlicher Not, existenzieller Sorge, unterforderter Kleinkinder oder pubertierenden Halbstarken betroffen. Ich habe „zwangsfrei“ und weiß mit meiner Zeit auch durchaus einiges anzufangen, aber wenn ich auch mal jammern darf: Ich vermisse die Kinder ganz dolle, ihre herrliche Selbstverständlichkeit, ihre Leichtigkeit, ihre Begeisterungsfähigkeit und würde genau jetzt seeeehr gerne mit ihnen die Früchte unserer „nicht so schönen Zeit“ genießen! Monatelang stapfen wir durch Kälte, Nässe, Matsch durch die in Winterstarre verharrende Natur, trösten sie mit Versprechen auf die kommende Zeit und jetzt, wo alles erwacht, die blauen Frösche unseren Hochzeitsplatz erobern, die Zitronenfalter fliegen, Marienkäfer krabbeln und die Frühlingssonne bis ins Mark wärmt, dürfen wir nicht zusammen diese Wunder erleben…Was tun??? Nicht zusammen aber irgendwie doch gemeinsam J Wir haben kurzerhand unsere digitale Info-Plattform umfunktioniert. Neuerdings gibt es auf diesem Kanal täglich Fotos, Sprachnachrichten, kleine Videos und spezielle Aufgaben, damit wir einfach miteinander in Kontakt bleiben. Ein Mandala, was wir normalerweise mit den Kindern gemeinsam legen, wurde jetzt nach und nach kreiert. Ebenso zieren etliche Lehmgesichter unseren Wiesentisch, ein Baum hat ein Kleid aus Wolle bekommen, eine Sandburgen-Landschaft ist entstanden und „Saatbomben“ wurden gemeinschaftlich (aber nicht zeitgleich) geformt und verteilt. Fotos von lachenden Kindern, reitend, Picknik im Garten, dreckige Füße, selbstgeschnittene Haare…diese Fotos auf meinen Handy sorgen täglich für ein dankbares, optimistisches und in Vorfreude gestimmtes Lächeln auf meinem Gesicht.  

Ich wünsche allen das, was sie brauchen, bleibt gesund und ich hoffe wir sehen uns ganz bald wieder! Herzliche Grüße,                                                                                                                                                               Nicole Wedell                              

April

„Wir lieben ihn! Seine Farbe reicht von hellbraun über graubraun, grünbraun, dunkelbraun bis fast schwarz. Wenn man ihn in den Händen hält, dann fühlt er sich ganz weich an. Meistens ziemlich kalt. Aber kalte Hände werden komischerweise warm davon. Wir können ihn verändern-von flüssig über pampig bis körnig-das ist ganz einfach. Wir können ihn für alles gebrauchen. Aus der Gourmetküche ist er nicht wegzudenken-die perfekte Zutat für Suppe oder Kuchen. Aber auch die Schokoladenfabrik existiert eigentlich nur durch ihn, ebenso die Bäckerei und der Pizzaladen. Wir finden ihn auch auf unserer Baustelle-Beton, Zement, Estrich…Wandfarbe, Kleister, Gartenteich…Er ist ein echtes Zaubermittel! Auch aus unserem Krankenhaus ist er nicht wegzudenken. Das eine mal als lebensrettende Medizin, ein anderes mal als wertvolle, heilende Salbe.  In der Kreativwerkstatt entstehen dank ihm die schönsten Kunstwerke. Kleine Tierchen, Gefäße, Figuren, Bilder, Mandalas…Es bringt einen Riesen Spaß „Fallen“ daraus zu bauen. Wenn so wie in diesem Winter leider kein Schnee gefallen ist, können wir –dank ihm- trotzdem unseren Hügel auf den Po-Rutschern runterschliddern(dürfen wir leider nur gaaanz selten weil die Hosen sonst kaputt gehen, aber immerhin besser als gar nicht). Eine Sorte ist sogar ein bisschen gefährlich „Gummistiefelfresser“-da muss man schon aufpassen…Im Moment ist er überall-unsere Wiese ist ein wahres Paradies und auch im Wald müssen wir nicht lange suchen, um ihn zu finden. Mit ihm wird uns einfach niemals langweilig!!! Na, wisst ihr`s schon???“ Na klar-MATSCH! Wir lieben ihn!

Für die Kinder ein Fest der Sinne und für uns? Mittlerweile hat er sich als unbezahlbares Material erwiesen! Matsch bietet wirklich alles, um sämtliche Lernbereiche abzudecken. Durch Pfützen springen, buddeln, bauen und matschen fördert die Grobmotorik. Malen, backen, verzieren, in Förmchen füllen die Feinmotorik. Die Kreativität und Fantasie wird gefördert, da Matsch nichts vorgibt und wandelbar ist. Die Sprache wird auf ganz spielerische Weise trainiert, weil die Kinder miteinander im Austausch sind bzw. ihr eigenes Tun kommentieren. Matschen ist echte Selbsterfahrung. Durch`s matschen werden die Abwehrkräfte gestärkt, die Muskulatur festigt sich und die Konzentrationsfähigkeit wird trainiert. Wahnsinn! Er kostet nichts und ist einfach so daJ. Ja, ich rede immer noch vom Matsch, diesem braunen Zeug überall, was uns Erwachsenen mächtig auf den Senkel geht. Nur Mehrarbeit. Mühseliges laufen. Dreckiges Auto. Schlammverschmierte Hunde nach einer „normalen“ Gassi Runde. Die Kinder sehen nach dem draußen spielen aus, wie kleine (aber glücklicheJ) Schweine! (Liebe Eltern-durchhalten!!! Die „schlimmste Zeit“ dürfte bald vorbei sein). Um uns herum ist gefühlt die ganze Welt am Jammern, dazu jagt eine Schreckensnachricht die nächste. Als würde das nicht an negativer Energie reichen, stehen wir kurz vor einer Massenhysterie- das „Geschäft“ mit der Angst läuft auf Hochtouren…Das saugt Energie, kostet Kraft und macht „schlechte Laune“.  Wie unglaublich gut es da einfach tut, die Kinder in ihrer Unbedarftheit, mit ihrer Leichtigkeit und der kindlichen Logik täglich zu begleiten, mit ihnen die Wunder der Natur zu erleben. Sie sind so erfrischend und positiv und sie helfen uns, das Leben mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Von Herzen Danke dafür!!! Und bei der nächsten Matsche Pfütze nicht gleich schmollen. Kurz innehalten und sich der wirklich wichtigen Dinge im Leben besinnen. Und wen der Übermut packt: Wie lange ist es her, das ihr den Matsch genussvoll durchgeknetet habt??? Nicht nur für Kinder ein Fest der Sinne…                                                                                                                                                                               Waldige Grüße, Nicole Wedell

Februar

Der Januar kommt meistens ein wenig melancholisch daher. Die Aufregungen, Vorfreude, der Aktionismus, das Planen, Vorbereiten und all die Feierlichkeiten in „Saus und Braus“ rund um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel liegen hinter uns. Plötzlich ist es so, als hätte jemand den Stecker gezogen, die Luft rausgelassen…Und was kommt nun? Ganz ehrlich? Wir lieben diese Zeit und genießen sie! Der Winter mit seinem ganz eigenen Zauber. Zugegeben-von winterlicher Idylle mit Schnee und Eis sind wir weit entfernt, aber diese besondere Stille (draußen!), in der wir die Ruhe finden nach der sich der Körper sehnt, die gibt es auch bei Matsch und Schnodder-Wetter!!! Klar, es wäre ein leichtes jetzt zu jammern und vermutlich würden wir (anders als im Sommer wo uns jede/r um unseren Job beneidet) dafür sogar reichlich Verständnis und Mitgefühl ernten. Dunkel, nass, kalt, ungemütlich…ABER: Uns ist gar nicht nach jammern zu Mute! Es ist ganz einfach eine Frage der Perspektive. Was uns diese scheinbar „entbehrliche Zeit“ an großartigen Möglichkeiten bietet, ist ein Riesen Geschenk! Wir „leben“ (immerhin jeden ½ Tag) in der Natur, passen uns dem Rhythmus an. Auf Verlust folgt Fülle, auf Aktion Erholung. Aus Erwachsenensicht ist es die Möglichkeit, (zwangsläufig) mal runter zu fahren, mal inne zu halten sich nicht hinter oder in irgendwelchen Aktionen zu verstecken. Aus pädagogischer Sicht ist es eine unglaublich wertvolle und kostbare Zeit – jetzt zeigt sich, wie stabil jede/r einzelne ist, aber vor allem auch, wie gut das Gruppengefüge funktioniert. Und die Kinder? Die es nicht so „Verkopft“ sehen bzw. pädagogisch begründen wollen sondern einfach fühlen? Haben die überhaupt Spaß? Oder wären sie nicht viel lieber zu Hause oder in einem „Drinnen-KiGa“ mit Spielzeugen und Bastelmaterial??? Wenn man sie morgens, vor dem riesen Haufen Kleidung in den sie dann mühevoll „hineingestopft“ werden fragen würde, verständlicherweise schon. Sobald sie aber-wie kleine Michelin-Männchen losstapfen, sieht und spürt man, dass es genau das ist, was sie brauchen: Eine verlässliche, vertraute Gruppe, Zeit und Platz. Und damit sind alle glücklich! Für einige ist es bestimmt schwer zu glauben, manche Dinge muss man auch einfach erlebt haben…Ich möchte an dieser Stelle mal ein dickes Lob an unsere Elternschaft aussprechen. Ein Lob und ein  Dankeschön von Herzen! Für Euch ist „diese“ Zeit wohl die schwerste… Ihr zieht Eure Kinder morgens an- perfekt gerüstet für eine Wanderung an den Nordpol-und ich bin mir ganz sicher: das ist kein Spaß! Ihr verfrachtet ein nörgelndes, teils auch weinendes Kind ins Auto (oder in den Fahrradanhänger) und gebt es bei gefühlten 2Grad, Sprühregen und Windstärke 5 bei uns ab. Den Vormittag , beim Blick aus dem Fenster wenn der Regen gegen die Scheibe peitscht, seid Ihr gedanklich bei uns und fragt Euch sicherlich mehr als einmal, ob das jetzt wirklich alles so gut ist. Und mittags holt ihr die kleinen Matschzwerge-ohne Rücksicht auf die Büroklamotten oder das relativ neue Auto glückselig wieder ab! Chapeau!!! DANKE für das Vertrauen und das Ihr Euren Kindern diesen Luxus ermöglicht!

„Es gibt überall Blumen. Für den, der sie sehen will“ (Henri Matisse) Liebe Grüße aus dem Wald,                                                                                                                                 Nicole Wedell